Römer im Schafhaus


Beim Anlegen unseres Garten kamen an einer Stelle, die schon oberflächlich durch viele kleine, rote Keramikfragmente auffiel, Scherben von mehreren römischen Gefäßen zum Vorschein. Wie oben zu sehen, ist am besten eine flache Schale mit kleinem Fuß erhalten (Durchmesser fast 30cm). Unten sind links Teile eines Napfes mit annähernd halbkugelförmiger Innenseite und dickem Boden zu sehen, rechts Fragmente einer dünnwandigen Schüssel aus feinerem, rötlichem Material, mit steilem Rand und flachem Boden. Die meisten Bruchstücke zeigen, dass es sich um grobe Gebrauchskeramik einfachster Art handelt. Einige Teile sehen sogar so aus, als ob sie nicht richtig gebrannt wären.

Römer in unserer Gegend: das heißt Wimpfen im Tal, etwa 2,5 km Luftlinie von Untereisesheim entfernt. Dort gab es ein Kastell und später eine bedeutende römische Siedlung. Im näheren und weiteren Einzugsbereich lagen zahlreiche Gutshöfe, die von der wohlhabenden Prominenz bewohnt und bewirtschaftet wurden. Auf Untereisesheimer Markung sollen vor einigen Jahrzehnten im Gewann Steinlehle die Grundmauern eines solchen Landhauses zum Vorschein gekommen und schnell wieder zugeschüttet worden sein. Römische Überreste sind also hier nichts besonderes. Nachdem bei uns auch etliche Mörtelbrocken ans Tageslicht kamen, davon manche mit Brandspuren, vermute ich mal, dass wir auf die Überreste eines Brennofens gestoßen sind und jetzt einige Abfallstücke liebevoll in der Vitrine aufheben. Inzwischen ist auf Anraten des Landes-Denkmalamtes wieder Gras und Busch über die Fundstelle gewachsen.