Die Mauern von Wimpfen:
Gegensätze


Eulenberg
Eulenberg

Bad Wimpfen: zweigeteilt bis heute. Wimpfen am Berg, die da oben, Silhouette wie eine Theaterkulisse, Wehrtürme, Kaiserpfalz, steile Pflastersteingassen, Weihnachtsmarkt, touristendurchströmt. Wimpfen im Tal, die da unten, geschart ums stille Kloster, St. Peter der Focus, Neckarfischertradition, kleine Leute, Talmarkt seit über 1000 Jahren.

Bad Wimpfen: irgendwie im Dazwischen. Lange Zeit eine hessische Enklave, doch nicht hessisch. Weder schwäbisch, noch hohenlohisch noch badisch. Wimpfen ist Wimpfen, Freie Reichsstadt eben, wenn auch nur die 29. der schwäbischen Bank.

Sie strahlen noch Stolz aus, die Mauern, imposant da oben auf dem Berg. Früher trennten sie Freund von Feind. "Unüberwindlich bin ich" riefen sie dem Feind zu, die Bürger vertrauten auf sie. Doch nun sind sie nutzlos geworden, nur noch ein Nachhall von vergangener Größe, von Krieg und Leid. Schutz bieten sie nicht mehr, sondern verlangen ihn vom Menschen gegen die unerbittliche Zermürbung durch den Lauf der Zeit. Stark, doch tot, so sind sie in ihrer Jugend, doch mit der Zeit findet das kleine Leben Eingang in ihre Ritzen. Mauern vergehen, Natur triumphiert.

Diese Seiten beschreiben die große Vergangenheit der kleinen Stadt Bad Wimpfen am Neckar. Die Bilder zeigen Mauerpflanzen, Leben auf totem Gestein.