Durch den Harthäuser Wald Teil 2

Karte 3 und Karte 4

Hohe Straße beim Kaufland-Lager

Zweite Waldetappe:
Von der Autobahnauffahrt zur Autobahnüberfahrt

Mitte Juni komme ich für die nächste Etappe per Auto über die Autobahn zur Abfahrt Möckmühl. Es geht kurz Richtung Züttlingen, dann an dem früher schon erwähnten Kreisel nach rechts. Nach nur einem Kilometer kommt eine auf meinen Karten noch nicht zu sehende Überraschung: Bei den ehemals abgelegenen Habichtshöfen erstreckt sich zwischen der L1047 und der Autobahn ein riesiges neues Gewerbegebiet. Hauptnutzer ist die Firma Lidl & Schwarz aus Neckarsulm (Kaufland), die hier ein großes Zentrallager unterhält. (Natürlich! Ich hatte es früher im Vorbeifahren von der A81 aus schon oft gesehen.) Was nicht mit Hallen zugebaut ist, ist als Parkplatz asphaltiert. Nicht weniger als drei Straßenkreisel sind hier auf einer kurzen Strecke Landstraße angelegt, in der Hoffnung, dass sich noch viel mehr Firmen hier ansiedeln. Jedenfalls schwinden meine Hoffnungen dahin, auf dieser Seite der Autobahn noch irgendwelche Spuren eines alten Verlaufs der Hohen Straße zu finden.

Unmittelbar nach dem letzten Kreisel überquert die Landstraße die Autobahn. Gleich danach geht es rechts ab Richtung Lapoldshausen, und nach wenigen Metern parke ich auf der linken Seite auf dem Wanderparkplatz "Wachhäusle". Ziel ist es diesmal, eine Antwort auf die oben schon angesprochene Frage nach dem Verlauf der Hohen Straße im Bereich der Autobahn im Gelände zu finden. Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Antwort habe ich nicht gefunden.

Wald-Ziest, Stachys sylvatica

Wald-Ziest - Stachys sylvatica

Doch zurück zu meinem Sonntagsspaziergang. Der Landstraße am Kaufland-Lager entlang zu folgen habe ich keine Lust. Ich überquere also die Landstraße am Wanderparkplatz und mache mich auf Waldwegen östlich der Autobahn auf in Richtung der Autobahnauffahrt Möckmühl. Die Wege queren immer wieder die Ausläufer des Buchsbachtals, es geht auf und ab, und es wird auch schon mal ein tiefer eingeschnittener Bachlauf überquert.

Was für eine Gegensatz zu der immer sanft und flach verlaufenden Hohen Straße! Wenn ich mir vorstelle, dass Ochsen- oder Pferdegespanne sich durch dieses Auf und Ab quälen sollten... Wenn ich noch nicht überzeugt gewesen wäre, wie sinnvoll der Weg über die Höhen war, hier hätte ich meine Meinung geändert.

In diesem Teil des Hardhäuser Waldes stößt man immer wieder auf Warnschilder und Wegschranken, die die Gegend als Gefahrenzone deklarieren. Grund ist das im Buchsbachtal angesiedelte Versuchsgelände der DLR, die hier Prüfstände für Raketentriebwerke betreibt. Meine spontane Vermutung, dass der alte Adolf hier in der Heimlichkeit des Harthäuser Waldes schon seine V2-Triebwerke getestet haben könnte, hat sich später als Unfug entpuppt. Das Prüfgelände wurde durch den Raumfahrtpionier Professor Eugen Sänger gegründet und ging erst 1962 in Betrieb. Etwa 10 Jahre später wurde dann auch die Autobahn A81 gebaut.

Der Waldweg entfernt sich nicht weit von der Autobahn, die akustisch immer präsent bleibt. Kleine Abstecher hier und da in den Wald bringen mir, wie schon erwähnt, keine Anhaltspunkte, dass die alte Fernstraße jemals hier in der Nähe gewesen sein könnte. Auch ein nochmaliges Stöbern im Wald östlich der Autobahnauffahrt bringt keine greifbaren Spuren. So mache ich mich leicht enttäuscht auf den Rückweg. Bevor ich wieder ins Auto steige, gehe ich aber noch kurz über die Autobahn hinüber zu den Kauflandlager-Parkplätzen. Der kleine Abstecher lohnt sich: Da die Stelle hier gegenüber dem bisherigen Verlauf der Hohen Straße 60m höher liegt, bietet sich eine schöne Fernsicht über das Jagsttal zurück nach Westen.

Steinkreuz im Gewann Roter See an einem alten Waldweg

Steinkreuz im Gewann Roter See an einem alten Waldweg

Nachtrag vom Frühjahr 2009

M. Hypytsch hat mich darauf hingewiesen, dass im Waldgewann "Roter See" an der Autobahn-Ausfahrt Möckmühl (zwischen Autobahn und Landstraße) deutliche Spuren von alten Wegen zu sehen seien. Ein altes Wegekreuz stehe auch dort. Tatsächlich war ich seither nie in diesem Waldbereich. Ich fahre also hin und erlebe eine Überraschung. In einer Senke liegt ein flacher Bereich, der heute trocken gelegt ist, aber früher wahrscheinlich tatsächlich ein See war. Auf seiner nördlichen Seite führen sehr deutliche Überreste eines Alten Weges zum ehemaligen Ufer hinab, teilweise mehrere Geleise parallel, wie es für Altstraßen an Steigungen charakteristisch ist. Auch auf der Südseite sind Spuren zu erkennen. Sollte die Hohe Straße hier doch durchs Tal hindurch gegangen sein, statt drumherum? Dazu müsste es handfeste Gründe gegeben haben, z.B. eine Raststation mit Tränke für die Zug- und Reittiere am Roten See. In der Nähe arbeitet gerade ein älterer Mann an seinem Brennholz. Ich frage ihn, ob er was weiß, wie es früher hier ausgesehen hat. Ja, sagt er, vor dem Autobahnbau sei die Landstraßen-Kreuzung (heute mit dem Kreisel) ein ganzes Stück weiter östlich gewesen, fast da wo heute die Autobahn ist. Was früher mit dem Roten See war, weiß er allerdings nicht. Mir bleibt der Zweifel. Vielleicht meldet sich ja einmal jemand, der sich mit der Heimatgeschichte dieser Gegend auskennt.

Steinkreuz im Gewann Roter See an einem alten Waldweg

gelb: Autobahn A81
grün: heutige Landesstraßen
rot punktiert: alter Straßenverlauf nach der Karte von 1846

Nachtrag vom Frühjahr 2010

Gemeldet hat sich der Verein Historisches Forum Hardthausen und mir einen Besuch im Archiv in Lampoldshausen ermöglicht, wofür ich mich hiermit herzlich bedanke. Im Gespräch erhielt ich viele Informationen und Anregungen und konnte auch altes Kartenmaterial einsehen, u.a. die "Karte von dem Königreiche Würtemberg", Blatt Öhringen, von 1846. In einen Ausschnitt dieser Karte habe ich die modernen Straßen eingezeichnet und den damaligen Straßenverlauf mit roten Punkten markiert. Die Herren bestätigten mir, dass die Straßenführung bis zum Bau der Autobahn um 1970 immer noch so war. Es zeigt sich, dass ich mit meinen auf der Geländeform basierenden Vermutungen wahrscheinlich richtig lag: Die Hohe Straße führte östlich um die Senke "Roter See" herum. Heute ist da Autobahn. Die oben erwähnten alten Wegespuren im Gewann "Roter See" erklären sich zwanglos als Überreste eines Zubringers zur Hohen Straße von Züttlingen im Jagsttal her. Auf der Karte ist das gut zu erkennen, auf meinem kleinen Bild hier leider nicht so.
Interessant ist, dass in der über 160 Jahre alten Karte der Harthäuser Wald "Hardthäuser Wald" geschrieben ist, was belegt, dass die Schreibweise mit "dt", wie sie heute noch in den Karten des Landesvermessungsamts zu finden ist, durchaus Tradition hat. Ich hatte immer wieder gehört, dt sei falsch und irrtümlich vom heutigen (neuen) Gemeindenamen Hardthausen abgeleitet, wohingegen der Wald seinen Namen von der nicht mehr existierenden Siedlung Harthausen habe.

Blick über das Kochertal bei Züttlingen

Blick vom Parkplatz am Kaufland-Lager über das Jagsttal mit Züttlingen, Siglingen und ganz hinten Neudenau. Am linken Bildrand ist hinter dem Höhenzug, über den die Hohe Straße herführt, in der Ferne das Heilbronner Kraftwerk zu erahnen.

Dritte Waldetappe:
Von der Autobahn bis zum Waldende

Geländeschnitt Nord-Süd Harthäuser Wald

Geländeschnitt durch den Harthäuser Wald zwischen Jagst und Kocher quer zur Hohen Straße.

Der weitaus größere Teil des Harthäuser-Waldes liegt östlich der Autobahn A81. Die Wasserscheide zwischen Kocher und Jagst, und damit auch die Hohe Straße, verläuft im nördlichen Teil des Waldes, viel näher an der Jagst, als am Kocher.

Nicht immer war hier ein geschlossener Wald dieser Größe. Im frühen Mittelalter entstanden in dieser Gegend eine ganze Reihe von fränkischen Siedlungen, die heute alle verschwunden sind: Osterbach, Wargesau, Harthausen, Katzbronn, Bistenweiler, Rückertshausen, Herterichshausen, Burkhardsweiler und (Wüsten-)Zweiflingen. [1]

Nun muss man sich nicht vorstellen, dass durch dramatisch Ereignisse größere Dörfer mit Hunderten von Einwohnern vom Erdboden verschwunden seien. Die Siedlungsstruktur zwischen Kocher und Jagst ist heute noch geprägt von Einzelgehöften mit wenigen Häusern. Die wüst gefallenen Siedlungen bestanden wohl auch nur jeweils aus ganz wenigen Gebäuden, die von ihren Besitzern im Lauf von Jahrhunderten aus verschiedenen Gründen aufgegeben wurden. Ich könnte mir vorstellen, dass die wachsenden Talsiedlungen den Bauern so viele Vorteile boten, dass es sie langfristig dorthin zog. Vielleicht deuten die zahlreichen Lichtungen im Wald noch auf die früher stärkere landwirtschaftliche Nutzung oder gar auf die Besiedelung hin. Im Internet habe ich kaum etwas zu diesem Thema finden können. Von dem namensgebenden Harthausen heißt es, es habe vermutlich im Langengrund gelegen, d.h. im Tal des Buchsbachs, an dessen Oberlauf jetzt das Gelände der DLR liegt.

Fingerhut Digitalis purpurea

Fingerhut - Digitalis purpurea

Diesmal parke ich wieder an gleicher Stelle, dem Wanderparkplatz "Wachhäusle". Die Hohe Straße verläuft 200m nördlich in Gestalt der Landesstraße 1047 in Ost-West-Richtung. Das Wandern auf dem grasigen Randstreifen der vielbefahrenen Straße macht nun nicht gerade Spass. Grund genug, eine "Umgehung" dieses Stücks zu wählen. Also gehe ich waldeinwärts Richtung Osten. Bald geht es bergab in den letzten Ausläufer des Buchsbachtals hinein. Hier liegt eine der oben erwähnten Lichtungen. Die Schilder der Forstverwaltung weisen das Flurstück als "Gänswiesenteich" aus, was zu meiner Theorie mit den Lichtungen passen würde: Einen Gänseteich kann man sich doch nur in der Nähe einer Siedlung vorstellen, wenn man bedenkt, wie gern der Fuchs die Gänse stahl... Heute ist kein Wasser mehr da, aber eine Mulde hinter einem flachen Damm lässt unschwer erkennen, wo der Teich mal war.

Ich halte mich nach links talaufwärts, d.h. wieder in Richtung der Hohen Straße. Nach kaum einer Viertelstunde ist die Straße auch wieder erreicht. Sie durchquert hier tatsächlich ganz untypisch den letzten Talausläufer mit einem Ab- und Anstieg. Am tiefsten Punkt liegt die Siedlung Seehaus, wo auch heute noch ein Gasthausschild zur Einkehr einlädt. Hier liegt eine der alten Raststationen an der Hohen Straße. In früheren Zeiten bildeten hauptsächlich Reiter sowie Pferde- und auch Rindergespanne den Verkehr auf den Straßen. Die Tiere wie auch ihre Besitzer fanden auf der über die Höhe führenden Straße wenig Gelegenheit, den Durst zu stillen. So nahm man den leichten Anstieg hier wohl in Kauf.

In dem weiten Talkessel sammelt sich genügend Wasser. Auch heute noch gibt es hier einen großen Fischteich. Auf die ehemalige Funktion weisen auch noch die Flurstücknamen "Tränkstube" und "Kühtränke" hin. Der Weg, auf dem ich hergekommen bin, ist mit "Trinkstubenweg" beschildert. Das Seehaus liegt in einer Rodungsinsel mitten im Wald. Man muss bedenken, dass früher die Leute oft nicht allein von einem Gewerbe leben konnten. Man war Schuster und Bauer, Schmied und Bauer, gar Pfarrer und Bauer oder halt Gastwirt und Bauer.

Hohe Straße am Seehaus

Blick zurück von der Abzweigung der Hohen Straße auf die L1047 beim Seehaus

Weiter geht es auf der Hohen Straße nach rechts, sprich Osten. Kaum führt sie wieder in den Wald, biegt die L 1047 nach links in Richtung Widdern im Jagsttal ab. Die Altstraße führt als Waldweg geradeaus. Noch folgt sie einem gut ausgebauten Weg, doch an den Abzweigungen wird die Trasse von Mal zu Mal schlechter. Die erste Abzweigung kommt nach 700m. "Judenweg" weist ein Schild an dem besser ausgebauten linken Weg. Den Namen Judenweg gibt es öfters, z.B. auch bei Nagelsberg am Kocher.

Emil Kost führt die Bezeichnung etwas weit hergeholt auf das alte Wort "Diutsweg" zurück, was soviel wie Zubringer heißen soll. Ich vermute, dass es ganz einfach die Wege waren, auf denen die reisenden jüdischen Händler früher von der Fernstraße her in die größeren Ortschaften im Tal kamen. Schon in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung bereisten Juden das ganze römischen Reich und bauten weitgespannte Handelsbeziehungen auf. Nach der Völkerwanderungszeit und dem Rückzug der Römer aus Mitteleuropa breiteten sich die jüdischen Handelsnetze allmählich wieder von Frankreich her in Deutschland aus [2]. Man kann sagen, dass sie einen sehr wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Landes leisteten. Aus der Zeit um die erste Jahrtausendwende sind mehrere Dekrete bekannt, die betonen, dass die Juden in die direkte Zuständigkeit des deutschen Kaisers fallen und unter seinem besonderen Schutz stehen. Der Antisemitismus späterer Zeiten war noch weitgehend unbekannt.

Die weitgereisten fahrenden Händler waren sicher gerngesehene Gäste bei den bodenständigen Bauern. (Wie mein Vater berichtete, waren sie das sogar noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den kleinen Eifeldörfern, aus denen meine Familie stammt.) Das Verhältnis zu den Juden änderte sich im Mittelalter erst zur Zeit der Kreuzzüge mit der emotionsgeladenen religiösen Atmosphäre dieser Zeit. Die Juden mit ihren uralten Handelsbeziehungen wurden außerdem zunehmend als lästige Konkurenz zu dem sich entwickelnden Handel in abendländischen Händen angesehen. Zurück zu unserem Thema: Ich nehme an, dass auf der Hohen Straße zu allen Zeiten zahlreiche jüdische Handelsleute unterwegs waren.

300m weiter biegt der Waldweg um 90° nach rechts ab, und ohne detaillierte Karte würde ich jetzt ratlos da stehen. Was geradeaus führt, ist eigentlich nicht als Weg zu betrachten. Regenfälle der vorangegangenen Tage haben auf 20m den völlig verwilderten Weg unter Wasser gesetzt. Mühsam bahne ich mir einen Weg nebendran durch das Unterholz. Dann wird auch der Grund für die Misere klar: Etwas weiter vorne gab es wohl vor ein, zwei Jahren Rodungsarbeiten, wie heute üblich mit schwerem Gerät. Ich nehme an, dass die arme alte Hohe Straße dabei dermaßen zugerichtet wurde, dass man eine Planierraupe herschickte, um den Schaden auszubessern. Das allerdings völlig unsachgemäß und ohne zu beachten, dass auf dem Weg eine Senke und damit ein richtiges Wasserloch entstand.

Die folgenden 900m sind aber kaum besser. Die alte Straße ist weitgehend zugewachsen. Es gibt aber wenig Zweifel, dass ich auf dem richtigen Weg bin: Immer wieder sind rechts und links im Wald die für Altstraßen typischen Parallelgeleise zu sehen. Und die Karte nennt das Flurstück klar und deutlich "Straßenschlägle". Gelegentliche halbverwitterte Grenzsteine sind ein weiteres Indiz. Alles in allem brauche ich für das kurz Stück Weg eine halbe Stunde. Nachahmung kann ich nur jemandem empfehlen mit wirklich geländegängigem Schuhwerk, langer Hose, langen Ärmeln und möglichst noch Hut oder Kapuze. Sonst gehts nicht ohne zerkratzte Haut.

Sollte je jemand aus den zuständigen Gemeinden Widdern, Jagsthausen und Hardthausen diesen Text lesen, dann hier mein Appell: Liebe Verwaltungen und Gemeinderäte, zeigt Verständnis für euere Geschichte und richtet dieses Stück der Hohen Straße wenigstens als Wanderpfad her. So wie es jetzt ist, ist es das schlimmste Stück der ganzen Straße zwischen Jagstfeld und Heimhausen. Eine Beschilderung könnte auch nicht schaden. Im weiteren Verlauf im Hohenlohekreis ist unsere Altstraße fast durchgehend mit einem blauen Balken markiert.

Schließlich erreiche ich doch wieder einen normalen Waldweg. Und wieder einmal muss ich, wenn ich mich umdrehe, feststellen, dass ich hier kaum einen Weg vermutet hätte, wäre ich aus der anderen Richtung von Osten her gekommen. Kaum 300m später biegt der ausgebaute Weg mal wieder nach rechts Richtung Kochertal ab. Geradeaus führt ein einfaches Weglein. Da hier auf der Wasserscheide das Gelände sehr flach ist, scheinen Wassertümpel ein häufiges Problem zu sein. Hier hat der Förster (oder wer auch immer zuständig ist) zu einer Brachiallösung gegriffen und den Weg dick mit ganz groben Schotterbrocken abdecken lassen. Liebe alte Straße, was musst du alles mit dir machen lassen! Den heutigen Waldbaumaschinen ist es egal, aber der allmählich müde Fußgänger muß aufpassen, dass er sich nicht die Haxen bricht.

Endlich kommt das Waldende in Sicht. Vor mir liegt weites offenes Land, mit einzelnen Gehöften und dem Kochertal. Doch das ist etwas für die nächste Etappe. Für heute muss ich umkehren. Da ich keine Lust habe, mich nochmals durchs Gestrüpp zu plagen, konsultiere ich meine Karte und nehme für den Rückweg einen der Hauptwege durch den Harthäuser Wald, jedenfalls etwas weiter Richtung Kocher.

[1] Ulrich Maier: Siedlungsgeschichte des Unterlandes; S. 107
[2] dgl.; S. 112 ff.