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Demerath
Platt

Pèèpse un Pèifja

Demerather Platt und Hochdeutsch

Der Mai ist die richtige Zeit um "Pääpsen" und Pfeifchen zu basteln. Junge Papas, die ihren Sprösslingen mit diesen Kunststückchen imponieren wollen, brauchen ein Taschenmesser und starke Nerven (wegen der unvermeidlichen Geräuschentwicklung, wenn das Werk gelungen ist).
Zuerst bauen wir eine Pääpse. Dazu brauchen wir einen Zweig von der Esche, der gut im Saft steht und ein gerades Stück ohne Knoten hat. Et ééscht bòue ma en Pèèps. Dòafia bròuche ma e Ästje Pèifehólz, wat jóót òm Sòòft stéét un e rischt Stéckeltje òòne Knódde hòt.
An einer Seite schneiden wir das Ästchen gerade ab. An der anderen schneiden wir einmal rundherum die Rinde durch. Dafür braucht man etwas Gefühl. Wenn man zu tief schneidet, bricht das Hölzchen nachher dort ab, und man muss von vorne anfangen. Òn ééna Sèit schnèide ma det Ästje rischt òòf. Òn dèa annara schnèide ma éés rundnerimm de Schéll duresch. Dòò bròuch ma jètt Jeféél dafia. Wònn ma se dééf schnèid, da bréscht et Hélzje danòò dòò òòf, un ma móóß von fia òòfänke.
Damit die Rinde sich löst muss man das Ästchen klopfen. Das macht man mit dem Griff vom Taschenmesser. Am besten setzt man sich hin, legt das Hölzchen auf's Knie und klopft eine ganze Weile von allen Seiten. Nicht zu fest klopfen, sonst reißt die Rinde, und man muss wieder von vorne anfangen. Zwischendurch probieren wir immer wieder, ob sich die Rinde schon löst (drehen!). Wenn es überhaupt nicht gehen will, dann ist es das falsche Holz oder der falsche Monat. Dat de Schell lòòß jéét, móóß ma det Ästje klòòpe. Daat määscht ma mot da Paak vom Tääschemèaza. Óm bäste säätzt ma sésch, lääscht det Hélzje ób et Knéé und klòòpt en janze Schtréésch von alle Sèite. Nét se fèrm klòòpe, sóss rèißt de Schéll un ma móóß von fia òòfänke. Zwéscheduresch próbéére ma imma at éés, òb de Schéll at lòòß jéét (dräe!). Wònn et jòanét jéét, daan òss et et vakèat Holz udda de vakéate Mòònd.
Wenn die Rinde gelöst ist lassen wir sie zunächst auf dem Holz und kratzen an einer Seite mit dem Messer die oberste grüne Rindenschicht ab. Die faserige untere Schicht (Bast) muss dran bleiben. Wònn de Schéll lòòß òs, lòòße ma se et ééscht noch óp dèm Hélzje un kraaze òn ééna Sèit mòt dem Mèaza de éwwéscht schréén Schischt vòn da Schéll òòf. Die faaserésch innéscht Schicht móóß drònn blèiwe.
Jetzt können wir das Rinden-Röhrchen abziehen; das Hölzchen brauchen wir nicht mehr. Wèile kinne ma det Schéll-Rieréschje ròòfzòure; et Hélzje bròuche ma nét mie.
Die Pääpse ist fertig. Das abgeschabte Ende drücken wir noch etwas zusammen und nehmen es so weit in den Mund, dass die Lippen nicht mehr auf dem Abgekratzten sind. Jetzt nur noch blasen. Wie stark, muss man ausprobieren. Vielleicht muss man das Ende auch noch etwas zusammenkauen. Den Pääpsenton kann man nicht beschreiben. Das muss man gehört haben. Die Pèèps òs rééd. Dat òòfjeschrappt Ènn drécke ma jètt sesòmme un hóllen et su wèit òn de Mòul, dat de Lippe nét mie óp dem Òòfjekraatzte sein. Wèile nimme nòch blòòse. Wie vill, móóß ma òusprobéére. Villèischt móóß ma et Ènn noch jètt sesòmme kaue. De Pèèpsetuun kamma nét beschrèiwe. Daat móóß ma jehuat hòòn.

Pääpsen sind einfach zu bauen, aber wegen ihres oboenartigen Funktionsprinzips nicht immer leicht zum pääpsen zu bringen. Etwas mehr Arbeit macht ein Pfeifchen. Allerdings kann man damit dann einen Kuckuck nachäffen oder Hunde und Katzen schocken.
Wir fangen wieder mit einem Eschen-Zweig an. Er kann aber ruhig etwas dicker sein als bei der Pääpse. Òòfänke dóma wéa mòt em Pèifeholz-Ästje. Et kann òwwa róésch jètt décka sèin, wie bèi da Pèèps.
Beim Abschneiden am ersten Ende muss man sauber arbeiten: Der Schnitt muss gerade und glatt sein (am abgeschnittenen Stück ist es egal). Bèim òòfschnèide òm ééschte Ènn móóß ma sòuwa schaffe: Dè Schnòtt móóß rischt un jelatt sèin (òm òòfjeschniddene Schtéck òs et ejaal).
Was jetzt kommt, kennen wir schon: Am anderen Ende die Rinde durchschneiden und klopfen ... Wat wèile kit, kènne ma at: Óm annere Ènn de Schéll durschschnèide un klòòpe ...
Halt, langsam, das Hölzchen nicht wegwerfen, wir brauchen es noch und stecken es gleich wieder rein. Halt, lanksam, et Hélzje nét fòttschmèiße, ma bròuchen et nòch un schtèachen et jelèisch wéa rónn.
Einen Finger breit vom ersten Ende so eine Kerbe durch die Rinde in das Holz schneiden. En Finga bréét vom ééschde Ènn su e Käref duresch de Schell òn et Hólz schnèide.
Das vordere Stück des Hölzchens schneiden wir jetzt gerade ab. Daat fédéscht Schtéck vòm Hélzje schnèide ma wèile rischt òòf.
So sieht das dann aus. Das lange Teil können wir vorne noch etwas rund oder gerade abschneiden. Suu sèit daat daa òus. Daat lank Déél kinna ma fia noch jètt rund udda rischt òòfschnèide.
Von dem kurzen Teil wird vorsichtig der Länge nach ein Stückchen abgespaltet. Aufpassen: Es muss weniger als die Hälfte sein. Vòn dèmm kurze Déél jét viasischdésch da Läng nòò e Schtéckeltje òòfjeschbaalt. Óppasse: Et móóß winnija wie de Halfschééd sèin.
Zusammenbauen; schon sind wir fertig. Sesòmmebòue; schóón sèima rééd.
Das kurze Stück rutscht gern nach hinten oder verdreht sich. Deshalb hält man das Pfeifchen beim Pfeifen am besten so. Daat kurz Schtéck rutscht jèa nò hònne udda vadrääd sésch. Dòrim häält ma et Pèifje bèim Pèife òm bèsde su.
Anfangs stellt man den Stöpsel zum Probieren am besten in die Mitte. Wenn man ihn weiter hineinschiebt, wird der Ton höher, wenn man ihn herauszieht tiefer. Probiert einmal, ein einfaches Liedchen zu pfeifen. Òófangks schtèllt ma de Schtèpsel òm bèsde òn de Métt fò se probéére. Wòmma en wèida rònn schuppt, jétt de Tuun hua, womma en ròuszèischt dééwa. Probéat éés, e ééfach Léédje se pèife.

Pääpsen und Pfeifchen aus frischen Eschenzweigen sind ein kurzlebiges Vergnügen. Sie funktionieren nur, solange die Rinde noch feucht ist, was für die Umwelt des stolzen Bastlers sicher eine Erleichterung ist.